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09/2020 Ökologisch leben

Jeder von uns kann etwas zur Nachhaltigkeit beitragen. Seit dem erfolgreichen Volksbegehren „Rettet die Bienen“ weiß man schon sehr viel mehr darüber, welche Maßnahmen notwendig sind, um dem dramatischen Rückgang der Artenvielfalt entgegenzutreten. Aber es gibt noch sehr viel mehr zu tun und sehr viel mehr, was der Einzelne in seinem Alltag umsetzen kann. Viele Dinge sind mittlerweile hinlänglich bekannt und werden auch schon in der Breite umgesetzt. Durch ihre aktuelle Präsenz in den Medien und rechtliche Vorgaben sind einzelne Möglichkeiten des Umweltschutzes stärker in den Vordergrund gerückt als andere. So hat beispielsweise der Corona-Ausbruch auf Schlachthöfen das System der Massentierhaltung wieder stärker in das Bewusstsein gebracht und es ist zu hoffen, dass die Verbraucher entsprechend darauf reagieren und möglichst auf regionale Bioprodukte umschwenken. Auch das EU-Verbot von Einwegplastik hat mittlerweile viele Alternativen hervorgebracht, die eine bessere Umweltbilanz aufweisen. Neben Glasstrohhalmen und Papierverpackungen haben sich wiederverwendbare Behälter durchgesetzt, die in den Einkaufsläden nun selbstverständlicher akzeptiert werden. Leider hat es das Tempolimit noch nicht geschafft, aber wer möchte und sich dafür einsetzt, kann auch jetzt schon freiwillig sein eigenes Tempolimit bestimmen.

Der BUND Naturschutz informiert auf seiner Homepage unter dem Titel „Ökologisch leben“ über sinnvolle Maßnahmen am Beispiel von 14 verschiedenen Kategorien: www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben.

Diese Kategorien beschreiben unseren Alltag und geben nützliche Hinweise, die nicht schon in das Alltagswissen übergegangen sind. Die Seiten informieren über Möglichkeiten, Energie zu sparen, geben Hilfe bei der Auswahl von Bekleidung, veröffentlichen Produkthinweise und weisen auf viele weitere Aspekte hin, an die man selbst wahrscheinlich noch gar nicht gedacht hat. Wussten Sie, dass der Wäschetrockner zu den größten Stromfressern im Haushalt gehört? Und kennen Sie die App ToxFox? Dies ist eine Anwendung, die mit dem Smartphone Produkte einscannt und Hinweise auf mögliche schädliche Chemikalien liefert. Gerade im Bereich Kosmetik und Kinderspielzeug ist erhöhte Aufmerksamkeit erforderlich, um die Gesundheit nicht zu gefährden.

Ein weiteres Beispiel ist der Hinweis beim Kauf von Schnittblumen. Wer freut sich nicht über einen schönen Blumenstrauß oder macht seinen Liebsten damit gerne eine Freude? Leider wird in der weltweiten Vermarktung von Schnittblumen nicht immer ökologisch gehandelt und viele Blumen, darunter auch Rosen, werden intensiv mit giftigen Pestiziden besprüht und belasten die Umwelt. Der BUND Naturschutz weist auf Alternativen hin, zum Beispiel die Tulpen, und auf das Fairtrade-Siegel, das Hersteller ausweist, die höhere ökologische und soziale Standards bei der Züchtung einhalten. Am nachhaltigsten ist der Blumenkauf in einer örtlichen Gärtnerei, deren Standards generell sehr hoch sein dürften.

Nicht nur auf den beschriebenen Seiten „Ökologisch leben“ finden sich nützliche Ideen zu einer Verbesserung der Nachhaltigkeit im Alltag. Das „Ecologic Institute“ in Berlin betreut verschiedene Projekte mit diesem Ziel, die mit einer spannenden, interaktiven Grafik dargestellt werden (www.nachhaltigeswirtschaften-soef.de/nachhaltige-ideen-fuer-den-alltag). Darunter finden sich beispielsweise sogenannte Repair-Cafés oder offene Werkstätten. Um Ressourcen zu schonen und Müll zu vermeiden, wird dort gemeinsam repariert statt neu gekauft und gleichzeitig Geld gespart. Mit der gleichen Philosophie werden sogenannte Tauschparties veranstaltet, die nicht zwingend auf Bekleidung begrenzt sein müssen.

Die Erzeugung und Nutzung von Energie spielt bei der Klimaveränderung die wichtigste Rolle. Neben energieintensiven Industrien, die einen hohen Anteil an Kohlendioxid ausstoßen, tragen auch unsere Mobilität und die Digitalisierung in großem Ausmaß dazu bei.

Eine der bereits existierenden Möglichkeiten, im Alltag und hier vor Ort ökologischer zu leben ist, die von den Gemeindewerken Oberhaching angebotene Fernwärmeversorgung (Geothermie) zu nutzen. Geothermie gehört zu den wichtigsten regenerativen Energiequellen und ist ein guter Schritt in eine nachhaltigere Lebensweise. Nutzen Sie die vielen Ideen und Anregungen der Experten, denn nur mit gemeinsamer Anstrengung können wir auch etwas bewirken.

Nina Kordes