07/2019 Unsere Schmetterlinge

Schmetterlinge faszinieren nahezu alle Menschen und sind die Sympathieträger unter den Insekten. Kaum jemand kann sich der Schönheit der bunten Gaukler entziehen. Fast jeder – auch wer Insekten sonst nicht mag – findet Schmetterlinge zauberhaft. Dies liegt sicherlich in erster Linie an einigen, ausgesprochen schönen Arten und auch an deren spielerischem Flug. Zusätzlich fasziniert die Menschen seit jeher auch die geheimnisvolle Metamorphose (Gestaltsverwandlung), einer zuweilen hässlichen Raupe zu einem prächtigen Schmetterling.

Hinter den Käfern bilden die Schmetterlinge die artenreichste Ordnung innerhalb der Insekten. Weltweit gibt es ca.160.000 verschiedene Schmetterlingsarten, wovon in Deutschland ca. 3.700 vorkommen. Bei kaum einer anderen Tierart gibt es eine derartige Vielfalt an Formen und Farben wie bei den Schmetterlingen. Viele zeigen sich in den herrlichsten Farben, während andere sehr schlicht in einem Tarnkleid daherkommen und damit mit der Umgebung regelrecht verschmelzen und kaum wahrgenommen werden können. Es gibt Tag- und Nachtfalter (wobei ein Teil auch am Tag fliegt). Rund 75% der in Deutschland lebenden Arten gehören zu den Nachtfaltern.

Jeder kennt Schmetterlinge, hauptsächlich jedoch nur die in den Gärten vorkommenden bekannten Arten, wie z.B.: Admiral, Distelfalter, Kaisermantel, Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge und Zitronenfalter. Zusätzlich sind bei uns auch in verschiedenen Lebensräumen z.B. zu beobachten: verschiedene Bläulinge, Brauner Waldvogel, Kleiner Eisvogel, Kleines Wiesenvögelchen, Landkärtchen, Perlmutt-, Schachbrett- und Schillerfalter. An seltene Arten kommen z.B. auch vor: verschiedene Widderchen, Schwalbenschwänze, Taubenschwänzchen und Zipfelfalter. Einige davon gehören zu artenreichen Familien, wie z.B. die Bläulinge und Widderchen.

Die Entwicklung von Schmetterlingen erstreckt sich über die 4 Entwicklungsstadien: Ei > Raupe > Puppe > fertiger Schmetterling. Die Eiablage beginnt kurz nach der Paarung. Je nach Art kann die Anzahl der Eier sehr stark variieren. Das Spektrum reicht von wenigen Dutzend bis zu mehreren Tausend Eiern. Die Raupen stellen das Fressstadium der Schmetterlinge dar. Bei einigen Arten ist das sogar die einzige Phase der Nahrungsaufnahme. Diese Arten leben als Schmetterlinge nur ganz kurze Zeit, pflanzen sich also nur fort und sterben danach. Die Raupen sind ständig am Wachsen und häuten sich mehrmals (4 - 5 Mal). Sobald sie ihre endgültige Größe erreicht haben verpuppen sie sich. Im Kokon entwickelt sich die Raupe zu einem Schmetterling und durchlebt hierbei eine Gestaltsverwandlung. Je nach Art dauert diese Phase ein paar Tage bis zu mehreren Jahren. Danach schlüpft aus der Puppe ein Schmetterling, der aber noch nicht flugfähig ist. Die Flügel sind noch zusammengefaltet und erst das durch die feinen Äderchen gepumpte Blut entfaltet diese. Der Körper und die Flügel müssen dann noch trocknen. Danach sind Schmetterlinge flugfähig. Um bei der Brautschau einen paarungsbereiten Partner zu finden, werden Duftstoffe eingesetzt. Diese werden oft über große Entfernungen wahrgenommen (insbesondere bei Nachtfaltern).

Fast überall leben die Schmetterlinge in einer Zweckgemeinschaft mit der Pflanzenwelt. Ohne eine vielfältige Pflanzenwelt gibt es auch keine Vielfalt bei den Schmetterlingen! Viele Schmetterlingsarten sind Spezialisten und sind oft auf das Vorkommen ganz bestimmter Pflanzen angewiesen. Als Paradebeispiel ist hier der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling zu erwähnen. Dieser geht noch einen Schritt weiter und benötigt nicht nur eine bestimmte Pflanze, sondern auch noch eine ganz bestimmte Ameisenart für die Brutpflege. Viele Pflanzen sind auf Insekten und damit auch auf Schmetterlinge als Bestäuber angewiesen. Die Pflanzen wiederum bieten den Nektar als "Gegenleistung" für den Pollentransport an. Schmetterlinge ernähren sich nur von Flüssigkeiten, hauptsächlich Nektar. Im Sommer, bei hohen Temperaturen, kann man Schmetterlinge aber auch an Pfützen und Wasserstellen beobachten, wo die Tiere neben Wasser auch Mineralsalze aufnehmen.

Was können Sie tun, damit Schmetterlinge auch in Ihrem Garten einen Lebensraum finden?
Ein naturnaher Garten mit einer Blumenwiese ist ein vielfältiger, bunter Garten, in dem die verschiedenen Schmetterlingsarten innerhalb ihrer Lebensstadien die unterschiedlichen, benötigten Pflanzen und Standorte vorfinden. Die meisten Schmetterlingspflanzen wachsen ohnehin am besten auf mageren, also nährstoffarmen Böden. Als Faustregel gilt: je vielfältiger, desto attraktiver ist der Garten für die Schmetterlinge!

Hans Jakob