09/2018 Äpfel – einheimische Superfood

Die Lieblingsfrucht der Deutschen ist der Apfel. Lt. Statistik isst jeder Deutsche 17 Kilo im Jahr. Dazu werden noch 11 Liter Apfelsaft getrunken. Weltweit gibt es etwa 20.000 Apfelsorten, aber nur ca. 1.000 Sorten wachsen bei uns in Deutschland. Leider werden nur wenige davon in unseren Discountern angeboten. Ein reichhaltiges Sortenangebot und damit eine große Geschmacksvielfalt findet man auf Wochenmärkten und jetzt auf Apfelmärkten in der Umgebung. Äpfel sind die einheimischen Superfood. In ihnen stecken wichtige Vitamine wie z.B. das Provitamin A, Niacin, Folsäure, die Vitamine B1, B2, B6, E und zwischen 5 und 35 Milligramm Vitamin C. Weiter enthalten sie über 30 wertvolle Spurenelemente und Mineralstoffe, wie Phosphor, Kalzium, Magnesium und Eisen und vor allem Kalium, das den Wasserhaushalt reguliert. Ein weiterer wichtiger Inhaltsstoff ist das Pektin, das den Cholesterinspiegel senkt, Schadstoffe bindet und ausschwemmt. Die meisten Vitamine sind in der Apfelschale oder direkt darunter. Wer Äpfel schält, schält also die Vitamine ab. Das Kerngehäuse sollte man auch mitessen, da es Jod enthält.

Äpfel, in verschiedenen Zubereitungen sind ein altes Hausmittel bei den unterschiedlichsten gesundheitlichen Problemen. Probieren Sie es einfach einmal aus, bei:

  • Durchfall: einen rohen, mit Schale geriebenen Apfel essen.
  • Rachenentzündung: 1 Glas heißes Wasser, 1 Eßlöffel Honig und 1 Teelöffel Apfelessig schluckweise trinken.
  • Schwangerschaftsübelkeit am Morgen: einen Apfel vor dem Aufstehen essen.
  • Schlafstörungen: ein Apfel vor dem Schlafengehen essen.
  • Nervosität: aus ungeschälten, aufgeschnittenen Äpfeln einen Tee aufbrühen.
  • Und für die Seele heißt es im Volksmund: Ein Apfel am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen.
  • Nicht zu vergessen: der Apfel reinigt die Zähne und funktioniert daher als Zahnreinigung für zwischendurch.

Der Spruch: “an apple a day, keeps the doctor away“ gilt leider nicht für Apfelallergiker. Die Polyphenole spielen dabei eine Schlüsselrolle. Vor allem in alten Sorten schalten die Polyphenole das Apfelallergen aus. Zum Testen ein kleines Stück ungeschälten Apfel an die Lippen halten und abwarten ob eine allergischen Reaktion eintritt. Falls nicht, kann der Allergiker diese Apfelsorte essen. Unter www.bund-lemgo.de/apfelallergie.html steht eine Liste der für Allergiker meist verträglichen bzw. unverträglichen Apfelsorten.

Die meisten Äpfel im Handel sind gegen Mehltau, Schorf und Apfelwickler gespritzt. Waschen und anschließend mit einem Handtuch abreiben soll die Spritzmittelrückstände und die Ablagerungen von Umweltschadstoffen beseitigen. Besser, nicht nur für den Esser, sondern auch für die Umwelt und die Bienen sind Äpfel aus biologischem Anbau. Ungespritzte Äpfel kann man auch ohne eigenen Garten ernten. Fragen sie Apfelbaumbesitzer ob sie bei der „Ernte helfen“ können. Meist sind Gartenbesitzer froh, wenn sich ein dankbaren Abnehmer anbietet. Da man die Apfelflut nicht auf einmal essen oder einkochen kann, geht es ans Einlagern. Geeignet ist ein unbeheizter Keller oder eine frostsichere Garage. Die Äpfel sollten, ohne sich zu berühren, in Apfelstiegen oder flachen Pappkartons bei niedriger Temperatur und hoher Luftfeuchtigkeit gelagert werden. Die Lagerzeit ist sortenabhängig. Äpfel reifen nach und setzen dabei Ethylen frei, das auch anderes Obst und Gemüse schneller reifen lässt. So kann man mit einem beigelegten Apfel Bananen schneller nachreifen lassen. Äpfel kann man auch durch Trocknen haltbar machen. In speziellen Dörrapparaten oder im Backrohr werden die Apfelringe bei niedriger Temperatur getrocknet. Schön verpackt sind sie dann ein leckeres Mitbringsel.
Guten Appetit!

Monika Straub