07/2016 Übeltäter gesucht

Oh Schreck, welches Tier hat denn da die Blätter meiner Aralie von den Rändern her angefressen (Buchtenfraß) und seine kleinen, schwarzen Spuren hinlassen?!

Es hat einige Zeit gedauert, bis ich den Übeltätern auf die Spur gekommen bin. Wie sich herausstellte, sind diese gefräßigen Kerle dämmerungs- oder nachtaktiv. Eines Morgens aber habe ich sie auf frischer Tat ertappt! Und es war nicht nur einer – nein, mindestens zehn – gut getarnt – die ich dann schleunigst abgesammelt und (ich gebe es zu) vernichtet habe.
Es waren etwa 1 cm große gefurchte Dickmaulrüssler, oder auch Breitmaulrüssler genannt, aus der Familie der Rüsselkäfer. Der Dickmaulrüssler ist auf seiner Oberseite schwarz mit dunkelbraunen Flecken. Kennzeichen aller Rüsselkäfer ist der rüsselartig verlängerte Kopf, an dessen Spitze die Mundwerkzeuge sitzen. Rüsselkäfer sind zwar flugunfähig, aber in der Lage, zu Fuß weite Strecken zurückzulegen. Weltweit gibt es 40.000 bis 60.000 Arten, ca. 1.200 Arten davon in Mitteleuropa und etwa 950 in Deutschland.

Leider musste ich lernen, dass es nicht reicht, die Rüsselkäfer einzusammeln und zu eliminieren, da ihre Eier und gelblich-weißen, beinlosen, bauchwärts gekrümmten Larven mit den braunen Kopfenden in der Erde meines Blumentopfs verborgen waren. Zu allem Überfluss findet unter den Rüsselkäfern Jungfernzeugung statt, d.h. dass sie nicht auf Männchen und eine sexuelle Vermehrung angewiesen sind. Die Weibchen können ohne Befruchtung 500 – 1.000 Eier legen (am Grunde der Fraßpflanze), aus denen Larven schlüpfen, die sich wieder zu weiblichen Käfern entwickeln.
Die Blumenerde musste also komplett erneuert und der Wurzelballen gründlich mit Wasser gespült werden.
Dickmaulrüssler bevorzugen die Blätter von Rhododendren, Kirschlorbeer, Erdbeeren oder auch Rosen.
Die optimale Bekämpfung – zudem auch biologisch – erfolgt mit Hilfe von Nematoden (Fadenwürmern), die über den Fachhandel erhältlich sind. Sie beseitigen das Übel, indem sie die Ursache angehen: über das Gießwasser verabreicht vernichten sie die Larven.
Meine Aralie erfreut sich inzwischen wieder bester Gesundheit.

Karin Simon