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06/2015 Online einkaufen, gut oder schlecht für die Umwelt?

Im Netz einzukaufen ist scheinbar ein reines Vergnügen. Doch die Schattenseiten, nämlich  steigende Umweltbelastungen durch zusätzlichen Verkehr und mehr Verpackungsmüll, sind nicht zu übersehen.

Als Argument für den Online-Handel wird oft angeführt, bequem  rund um die Uhr bestellen zu können und die Ware schnell geliefert zu bekommen. Das mag sicher eine Erleichterung für viele Verbraucher sein, vor allem wenn ihre Mobilität eingeschränkt ist.  Einkäufe sollte man aber auch online umsichtig planen und bündeln. Wer im digitalen Bazar impulsiv herumklickt, vervielfacht die Umweltbelastung, weil in den Serverzentren die Computer Tag und Nacht laufen, heiß werden und wieder herunter gekühlt werden müssen, was sehr viel  Energie verschlingt.

Vermeidbare Einzelbestellungen erhöhen zusätzlich den Materialverbrauch für die Verpackung. Glei-ches gilt für die Retouren: Mindestens jedes zweite Paket geht bei Bekleidungs- und Schuhkäufen im Internet zurück. Auf der Hand liegt hier der Vorteil der realen Läden. Hier sieht man das Produkt, kann es anfassen, probieren, sich beraten lassen, auswählen, bezahlen und gut gelaunt das Geschäft ver-lassen. Mit diesem Verhalten unterstützt man als Verbraucher auch die örtlichen Geschäfte, die für das Leben und Miteinander in der Gemeinde so unendlich wichtig sind. Einzelhändler haben bekanntlich hohe Fixkosten, sie bezahlen Ladenmieten und haben Lohnkosten.

In diesem Zusammenhang ist es angebracht, die Preise von Billiganbietern im Internet kritisch zu durchleuchten. Mit an der Spitze der online bestellten Produkte stehen Bücher. Es wird geworben,  dass jedes bestellte Buch am nächsten Tag geliefert wird. Aber: Genauso schnell erhält man im örtli-chen Buchladen seine gewünschte Lektüre!

Ein pauschaler Tipp kann bei diesem Thema nicht gegeben werden. Aber eines stellt sich heraus – die wichtigste Rolle spielt ein kritischer Verbraucher. Laut einer Untersuchung  soll sich das Verhalten der Konsumenten gegenwärtig stark verändern, hin zu mehr Verantwortung. Immer mehr Verbraucher legen Wert auf nachhaltige Produkte, die Einhaltung von Sozialstandards und faire Handelsbeziehungen.

Erna Pletschacher
Quellen: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND); Freiburger Öko-Institut.