12/2014 Beachtenswertes beim Christbaumkauf

Früher stammten die Christbäume aus den heimischen Wäldern, wo sie beim Durchforsten geschlagen wurden. Heute kommen die meisten Christbäume aus Plantagen.
Die beliebtesten Christbäume sind die Nordmanntannen, die sich durch lange Haltbarkeit auszeichnen. Sie wachsen im Kaukasus, besonders in Armenien und Georgien in einer Höhe von ca. 800 – 1800 m und werden bis zu 60 m hoch. Die keimfähigsten Samen gibt es, wenn die Nordmanntannen mit ca. 70 Jahren mindestens 30 m hoch sind. Die Tannenzapfen werden von kletternden Zapfenpflückern in gefahrvollen Kletteraktionen in den Baumwipfeln gesammelt und werden zu den Christbaumanbauern geliefert. Jedes Jahr werden Nordmanntannen in vielen Ländern verkauft, allein in Deutschland rund 20 Millionen. Dazu wurden großflächige Monokulturplantagen in Norddeutschland, Dänemark, Polen, Spanien, Frankreich und anderen Ländern angelegt. Um einen Baum von 2 m Höhe zu erzielen, muss er ca. 10 Jahre wachsen. Dies geschieht meist mit massivem Einsatz von Pestiziden, Herbiziden und Mineraldüngern. Oft wird dabei die gesamte Bodenvegetation geschädigt. Verbreitet werden Unkrautvernichtungsmittel mit dem Wirkstoff Glyphosat eingesetzt, der im Verdacht steht, dass dieser bei Menschen und Tieren gesundheitliche Schäden auslösen kann. Umweltbelastend ist auch der Transport dieser Weihnachtsbäume durch ganz Europa.

Lieber Weihnachtsbäume aus der Region kaufen
Am wenigsten umweltbelastend sind heimische Nadelbäume wie Fichten, Kiefern und Tannen, die aus heimischen Wäldern stammen und im Zuge der Durchforstung anfallen. Leider sind solche Bäume in unserer Gegend kaum zu erhalten.

In den letzten Jahren haben sich bayerische Erzeuger zu dem Verein „Bayerische Christbaumanbauer e.V.“ zusammengeschlossen um ihre Christbäume zu verkaufen (www.bayerische-christbaumanbauer.de). Meistens werden sie mit dem nebenstehenden Logo gekennzeichnet. Nach den Angaben des Vereins wird weitgehend umweltschonend produziert und auch die Transportwege sind wesentlich kürzer. Einige Mitglieder bieten sogar das Selbstschlagen der Bäume in den Plantagen an. Ein Mitglied dieses Vereins gibt es in Kreuzpullach, wo man solche Bäume – hauptsächlich Fichten und Blaufichten – erhalten und sogar selbst schlagen kann. Auskunft bei Herrn Valentin Lang unter Tel. 089/6133434.

In einigen Gartencentern können auch ökologisch zertifizierte Christbäume mit unterschiedlichen Gütesiegeln gekauft werden. Der PEFC-Siegel (Programme for the Endorsement of Forest Certification schemes – Programm für die Anerkennung von Waldzertifizierungssystemen) garantiert nachhaltige Waldwirtschaft. In Wäldern, die vom Forest Stewardship Council (FSC) zertifiziert werden, muss auf Kahlschläge verzichtet werden und fremdländische Baumarten dürfen nicht dominieren. Darüber hinaus garantiert das FSC-Zertifikat, dass soziale Standards eingehalten werden. Es wird regelmäßig kontrolliert, ob die Auflagen für die Zertifizierung eingehalten werden.

Bio-Weihnachtsbäume
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) empfiehlt Bio-Weihnachtsbäume. Sie werden entsprechend den Vorschriften der Europäischen Union ohne synthetische Düngemittel und Pestizide kultiviert. In Mischkulturen werden verschiedene Baumsorten gepflanzt. Da keine Pestizide verwendet werden, findet man hier noch eine reichhaltige Fauna vor. Zum Kurzhalten der Beikräuter werden auch Shropshire-Schafe eingesetzt, da sie die Pflanzen und Gräser gerne fressen, aber keine Tannennadeläste. Die Bio-Christbäume werden von unabhängigen Kontrollstellen kontrolliert und erhalten die bekannten Bio-Siegel: Bio, Naturland, Demeter, EU-Bio (grünes Blatt gezeichnet mit weißen Sternen). Nachfragen bei Gartencentern lohnt sich.

Wie kann der Christbaum gepflegt werden?
Nach dem Kauf soll er möglichst kühl und dunkel gelagert werden. Vorausgesetzt Sie haben einen Christbaumständer mit Wasservorrat, dann empfiehlt sich, den Baumstumpf einige Zentimeter abzuschneiden und in reines Leitungswasser zu stellen. Sollte die Rinde am Stumpf beim Kauf bereits entfernt sein, erübrigt sich diese Maßnahme, den Stamm abzusägen, da ein solcher Baum kein Wasser mehr aufnimmt. Ein relativ frischer Baum kann in den ersten Tagen ein bis zwei Liter Wasser aufnehmen. Man sollte rechtzeitig nachfüllen, denn einmal ausgetrocknet, kann der Baum kein Wasser mehr ziehen. Den Baum sollte man möglichst nicht in der Nähe der Heizung aufstellen und das Netz einen Tag vor dem Schmücken entfernen, damit die Zweige Zeit haben um sich richtig auszubreiten.

Unser Tipp:
Kaufen Sie einen aus regionaler Herkunft stammenden oder Öko-Baum, dann wird die Umwelt weniger belastet!

Hildegard Berndorfer