02/2010 Mobilfunk – Strahlenbelastung reduzieren

Mittlerweile ist es für die meisten Menschen selbstverständlich geworden, ein Handy zu benutzen bzw. auch unterwegs immer telefonisch erreichbar zu sein. Ob die hochfrequenten elektromagnetischen Felder des Mobilfunks Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben, ist immer noch umstritten. Deshalb gilt beim Strahlenschutz: lieber Vorsicht als Leichtsinn! Dies gilt vor allem für Kinder, da epidemiologische Studien zu Langzeiteffekten noch völlig fehlen. Der Bund Naturschutz sieht die in der 26. Bundesimmissionsschutz-Verordnung (BImSchV) festgelegten hohen Grenzwerte sehr kritisch und hat dazu ein umfangreiches Positionspapier mit dem Titel „Für zukunftsfähige Funktechnologien“ erstellt, das von der Internetseite www.bund.net herunter geladen werden kann. Vorsorgenden Gesundheitsschutz empfiehlt auch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) auf seiner Internetseite www.bfs.de:
„Allerdings bestehen nach wie vor Unsicherheiten in der Risikobewertung, die durch das Deutsche Mobilfunk-Forschungsprogramm nicht vollständig ausgeräumt werden konnten. Diese betreffen insbesondere die möglichen gesundheitlichen Risiken einer langfristigen Handyexposition bei Erwachsenen und ganz besonders bei Kindern. Aus diesen Gründen hält das BfS einen vorbeugenden Gesundheitsschutz (Vorsorge) weiterhin für erforderlich. Deshalb ist die Exposition durch elektromagnetische Felder so gering wie möglich zu halten. Ganz besonders wichtig ist die Minimierung der Strahlenbelastung für Kinder, da diese sich noch in der Entwicklung befinden und deshalb gesundheitlich empfindlicher reagieren könnten. Außerdem gibt es Hinweise, dass Kinder stärker exponiert sein könnten als Erwachsene und es ist bei ihnen von einer lebenslangen Nutzung auszugehen, deren mögliche gesundheitliche Folgen noch nicht abschließend geklärt sind. Das BfS empfiehlt daher, Handytelefonate bei Kindern so weit wie möglich einzuschränken.“

Hier nun einige einfache und effiziente Tipps um die Strahlenbelastung zu reduzieren, ohne auf die Vorteile eines Handys zu verzichten:

  • Möglichst SMS Funktion nutzen, statt zu telefonieren, dadurch keine Strahlenbelastung in unmittelbarer Nähe des Kopfes.
  • Handys verwenden, bei denen der Kopf geringeren Feldern ausgesetzt ist. Die entsprechende Angabe dafür ist der SAR-Wert (spezifische Absorptionsrate).
  • Das Handy nicht eingeschaltet in der Hosen- oder Brusttasche tragen (Geschlechtsorgane / Herz).
  • Head-Sets nutzen, da die Intensität der Felder mit der Entfernung von der Antenne des Handys schnell abnimmt.
  • Möglichst nicht bei schlechtem Empfang telefonieren, da bei einer schlechten Verbindung zur nächsten Basisstation das Handy die Leistung hoch regelt und so die Strahlenbelastung am Kopf erhöht.
  • Nach dem Wählen den Verbindungsaufbau abwarten und erst dann das Handy ans Ohr legen. Beim Verbindungsaufbau sendet das Handy mit maximaler Leistung und regelt diese dann auf das notwendige Maß herunter.
  • Die Rückseite des Handys beim Telefonieren nicht mit der Hand abschirmen, weil dadurch das Handy die Sendeleistung hoch regelt. Das Handy daher möglichst von unten mit nur zwei Fingern halten.
  • Im Auto nur mit Außenantenne telefonieren. Die Karosserie verschlechtert die Verbindung. Dadurch sendet das Handy mit erhöhter Leistung. (Effekt des sog. Faradayschen Käfigs).
  • Während der Autofahrt Handys, die nicht an eine Außenantenne angeschlossen sind, ausschalten. Auch ohne Gespräch meldet sich das Handy bei den jeweiligen neuen Basisstationen an, damit es von ankommenden Anrufen gefunden werden kann.
  • Telefonate mit dem Handy möglichst kurz halten.

Monika Straub