11/2007 Warum einheimische Gehölze pflanzen?

Durch vielfältige Einflüsse, u.a. auch durch Bebauung, wird der Lebensraum unserer heimischen Flora und Fauna ständig enger. Zur Reduzierung dieser Auswirkungen kann die Verwendung heimischer Gehölze wenigstens im geringen Maße beitragen.
Auch die Ortsbausatzung gibt hierzu Empfehlungen, bzw. Auflagen. Sie legt z.B. fest, dass auf neu ausgewiesenen Baugrundstücken je nach Grundstücksgröße ein, oder mehrere einheimische Laub- oder Obstbäume zu pflanzen sind.
Unsere heimischen Pflanzen, hierzu zählen auch die Gehölze, sind als unterstes Glied der Nahrungskette die Grundlage allen tierischen Lebens. Alles Lebendige um uns, wie z.B. Raupen, Käfer, Spinnen, Vögel und Fledermäuse, ist direkt oder indirekt von Pflanzen abhängig. Nicht heimische Pflanzen erfüllen diese Aufgabe für unsere Tierwelt nur unzureichend oder gar nicht. Als Beispiel soll hier auf die weit verbreiteten Thujen verwiesen werden. Kaum ein Lebewesen lebt bei uns von diesem Gehölz. Vogelbeeren werden dagegen von über 60 Vogel- und 30 Säugetierarten gefressen. Allein die Salweide bietet über 200 Insektenarten Nahrung. Noch vollkommener erfüllen unsere heimischen Gehölze ihre ökologische Aufgabe, wenn sie aus regionalen Herkünften kommen, denn sie sind am besten an unser Ökosystem angepasst.

Nebenstehendes Foto zeigt das heimische Pfaffenhütchen, das in seinem herbstlichen Fruchtbehang auch mit blühenden Ziergehölzen mithalten kann.
Der Vorteil, den wir vielleicht genießen, wenn unsere exotischen Bäume und Sträucher von Schädlingen kaum befallen werden, geht zu Lasten unserer heimischen Tierwelt. Unsere Pflanzenwelt ist im Übrigen auf das Vorhandensein ihrer Fressfeinde eingestellt. Ein ausgeklügeltes System von Schädlingen und deren Gegenspielern sorgt in einem funktionierenden Ökosystem dafür, dass keine Seite überhand nimmt.
Fremdländischen Gehölzen, welche uns durch Blütenreichtum, Blatt- und Fruchtschmuck sowie Wuchsform erfreuen, soll damit ein Platz in unserem Garten nicht abgesprochen werden.

Eike Hagenguth