02/2019 Umweltfreundlich Einkaufen

Wer für unsere Umwelt und für den Tierschutz gerne etwas Gutes tun möchte, für den haben wir hier ein paar Anregungen zusammengestellt. Beim täglichen oder wöchentlichen Einkauf lässt sich mit ein paar Tipps und Tricks viel erreichen. Der Trend wurde schon lange erkannt und bereits von den Supermärkten aufgegriffen: Bioware, weniger Umverpackungen, regionale Produkte und der Verkauf von wiederverwendbaren Obstnetzen statt Einweg-Plastiktüten sind mittlerweile umgesetzt. Wer diesen Trend aktiv unterstützt, hat schon einmal einen ersten Schritt getan.

Fleischwaren
Nicht jeder Tierschützer muss gleich Vegetarier werden, um etwas für das Tierwohl zu tun. Neben Bioware aus dem Handel lohnt auch der Gang zu einer regionalen Metzgerei, die ihr Fleisch von einem Betrieb aus der Gegend bezieht. Idealerweise mit eigener Schlachtung, denn so erspart man den Tieren die widrigen Transporte im LKW zum Schlachthof. Allein der bessere Geschmack ist den Aufpreis schon wert. Eine Reduzierung des individuellen Wurst- und Fleischkonsums ist nicht nur gut für die Gesundheit, man könnte statt dessen auch hochwertigere Ware erwerben. Damit trägt man direkt dazu bei, dass Landwirte einen angemessenen Preis erhalten und eine bessere Tierhaltung ermöglicht wird.

Hofläden und Märkte
Der Weg zum Wochenmarkt auf dem Kirchplatz bietet sich nicht nur für den Einkauf von Obst, Gemüse und Eiern aus der Region an, sondern es gibt dort auch guten Honig direkt vom örtlichen Imker. Neben einer verbesserten CO2-Bilanz durch kurze Transportwege entfällt zudem auch einiges an Plastikumverpackung. Einige gut bestückte Hofläden erreicht man zum Beispiel auf einem Radlausflug in die Umgebung. Dort gibt es Kartoffeln direkt vom Feld, frische Eier von eigenen Hühnern oder auch Gemüse. Eine Übersicht der Bio- und Hofläden findet man z.B. im Internet und zusätzlich gibt es eine Broschüre vom BUND Naturschutz mit den regionalen Bioläden in München und der Umgebung.

Regionalen Einzelhandel unterstützen
Wer im Ort einkauft, hilft den Betrieben aus der Region, die beim Wettbewerb mit den großen Handelsketten oft den Kürzeren ziehen. In Oberhaching gibt es viele gut geführte Einzelhändler und einen Bioladen, die den Ortskern lebenswert machen und qualitativ hochwertige Produkte anbieten. Statt eine längere Fahrt zu den Discountern in den Gewerbegebieten zu unternehmen, kann man sozusagen vor der Haustür gute Waren erwerben.

Eigene Behälter verwenden und Glas statt Plastik
In mehreren Läden hier im Ort ist das Mitbringen von eigenen Aufbewahrungsdosen schon möglich. Beim Einkauf von Fleischwaren, Käse oder Kuchen spart man damit Verpackungsmüll. Viele Produkte, die in Plastikbehältern verkauft werden, gibt es zudem alternativ im Glas, wie beispielsweise Joghurt oder Ketchup. Milch in Flaschen ist schon lange eine Alternative zu in Tetrapacks abgefüllter.

Naturkosmetik und -pflegeprodukte ausprobieren und weniger Mikroplastik
Eine weitere Möglichkeit, umweltfreundlich einzukaufen, gibt es bei der Naturkosmetik. Hierbei werden auf pflanzlicher Basis Produkte hergestellt, die größtenteils auf ölbasierte Inhaltsstoffe verzichten. Ebenso werden deutlich weniger oder keine Tierversuche durchgeführt. Ein weiteres Problem bei Pflegeprodukten ist das darin enthaltene Mikroplastik, das nicht nur die Weltmeere und deren Bewohner belastet. Da Mikroplastik nur sehr schwer nachzuweisen ist, hat der BUND auf www.bund.net unter seinen Ökotipps einen Einkaufsratgeber für Kosmetik- und Pflegeprodukte veröffentlicht. Dort sind u.a. Produkte aufgeführt, die derartige Kunststoffe enthalten.

Lange Transportwege vermeiden
Eine schlechte Ökobilanz weisen Waren auf, die auf langen Transportwegen zu uns kommen. Ein Blick auf die Verpackung genügt, um das Herkunftsland festzustellen und hilft bei der Auswahl. Bei exotischen Lebensmitteln lässt es sich nicht vermeiden, doch es gibt hin und wieder innovative Pilotprojekte, die diesen Nachteil auszugleichen versuchen: beispielsweise einen Garnelenzüchter in Bayern, der für seine Idee den Gründerpreis 2017 erhalten hat. Wenn ein Bioprodukt aus dem Ausland importiert wird, kann man abwägen, ob der Vorteil der Erzeugung nach biologischen Verfahren den Nachteil des langen Transportwegs überwiegt.

Viele Dinge lassen sich nicht so leicht beantworten. Lieber Bio-Ketchup aus der Plastikflasche oder normaler Ketchup in einer Glasflasche? Oder besser mit dem Rad in den Supermarkt, als mit dem Auto zum Bioladen? Allein, die Überlegung darüber anzustellen ist schon viel wert! Je mehr Menschen dabei mitwirken, desto besser. Halten Sie Augen und Ohren offen für nachhaltige Erzeugung. In Bayern gibt es viele Jungunternehmer*innen mit innovativen Ideen. Haben Sie schon von Schuhen aus Pilzen gehört?

Jeder kann etwas tun und der Konsument entscheidet am Ende, welches Produkt erfolgreich vertrieben wird.
Wir als Konsumenten können die Hersteller unterstützen, die sich Mühe geben und mutig sind, neue und bessere ökologische Wege zu gehen. Helfen Sie mit!

Nina und Marcel Kordes