12/2017 Richtig heizen

Die Heizperiode hat seit geraumer Zeit wieder begonnen. Kachelöfen (Einsatz- und Grundöfen) und offene Kamine sorgen durch langwellige Strahlungswärme, Knistern und Prasseln der Flammen für eine behagliche Wohnatmosphäre. Um gesundheitsschädliche Geruchsbelästigungen durch stinkende Abgase möglichst zu vermeiden, sollten einige wichtige Grundvoraussetzungen beachtet werden.
So unterliegt jeder Ofen im Haus einer Abnahme durch den Kaminkehrer und benötigt eine Zulassung. Ältere Öfen sind z.B. aufgrund erheblichen Feinstaubausstoßes nur noch wenige Jahre zugelassen und müssen gegen neuere ausgereiftere Modelle ausgetauscht – oder mit entsprechenden Filtern nachgerüstet werden, was aber teuer sein kann und sich somit nicht lohnt. Auf bestehende erhebliche Unterschiede zwischen einzelnen Ofensystemen (Einsatz-Kachelofen, Grundofen, Küchenherd, offener Kamin usw.) gehe ich nicht ein, vielmehr nur auf den eigentlichen Heizvorgang selbst mit Holz. Ebenso nicht auf Kohleöfen, die heute im Privathaushalt kaum noch Verwendung finden.

Es versteht sich von selbst, dass nur geeignete Brennstoffe verwendet werden. Dies sind z.B. Holzscheite aus Hartholz (Buche, Eiche, Esche…) und Weichholz (Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche, Birke…), sowie Reisig, Äste und auch Holzbriketts. Die Größe der Holzscheite sollte prinzipiell der Größe des Brennraumes angepasst sein, für gewöhnliche Öfen maximal ca. 33 cm lang und nicht zu dick (ca. 7 cm). Früher war es möglich, aus alten Zeitungen selbst Papierbriketts anzufertigen; diese dürfen jedoch heute nicht mehr verwendet werden. Äußerst wichtig: Verwenden Sie nur naturbelassenes Brennholz, auf keinen Fall mit Farbe oder Anti-Fäulnismittel behandeltes (getränkt, lackiert, lasiert usw.), denn bei dessen Verbrennung werden äußerst giftige Gase freigesetzt. Weiterhin darf natürlich nur trockenes, entsprechend lange gelagertes Holz (2 Jahre wäre gut) verbrannt werden, das eine Restfeuchte von höchstens 20 % aufweist (besser wäre 15 % oder weniger). Feuchte-Messgeräte sind preiswert im Handel zu erwerben und ermöglichen eine Überprüfung des Feuchtegehalts schon beim Erwerb des Holzes. (Der Kaminkehrer überprüft gelegentlich auch selbst das gelagerte Holz.) Bei der Verbrennung von feuchtem Holz wird erheblich weniger Heizleistung erreicht, durch schlechtere Verbrennung die Umwelt belastet und außerdem wirken sich dabei entstehende aggressive Ablagerungen im Kamin negativ aus. Stellt der Kaminkehrer diese fest wird er den Kamin durch Ausbrennen mit einer Gasflamme reinigen, was zusätzliche Kosten verursacht.

Einen effizienten Abbrand der Scheithölzer leiten geeignete Anzündmethoden ein.
Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Methoden, das Feuer zu entfachen: das Anfeuern von unten oder von oben.
Weit verbreitet ist das Anfeuern von unten. Dabei wird eine Schicht aus dünnen Hölzern oder Reisig-Zweigen auf den Rost gelegt, darin die Anzündhilfe platziert, darüber etwas dickere Hölzer und letztlich darauf 2-3 Holzscheite. Anzündhilfen (z.B. wachsgetränkte Holzspäne) gibt es preiswert im Handel. Nach dem Anzünden beginnt das dünne Holz zu brennen, die Flamme arbeitet sich nach oben hin durch bis zu den Scheithölzern. Wichtig: Generell für ausreichend Luftzufuhr sorgen!
Beim Anfeuern von oben geschieht dies genau in umgekehrter Reihenfolge. Zuerst werden 2-3 Scheithölzer unten auf den Rost gelegt, darüber kleinere und darauf die ganz dünnen Anzündhölzer zusammen mit der Anzündhilfe. Nach dem Anbrennen der Anzündhilfe entfacht sich das Feuer und verbreitet sich langsam nach unten bis hin zu den größeren Scheithölzern. Bei dieser Methode verbrennen die aus dem Holz austretenden Gase gänzlich in der Flamme und treten somit nicht unverbrannt durch den Kamin ins Freie – also weniger Schadstoffe und keine Geruchsbelästigung!
Beim Anfeuern von unten treten aus den Hölzern durch Erwärmung bereits Gase aus, die aber von der Flamme noch nicht erreicht werden und damit unverbrannt ins Freie gelangen – schlecht für den Kamin, die Umwelt und die Energiebilanz.
Sorgen Sie beim Anheizen und späteren Abbrand unbedingt für genügend Luftzufuhr, damit das Holz nicht „kokelt“ und die Abgase nicht stinken. Ansonsten könnte der Kamin „versotten“. Nachdem das Holz gut angebrannt ist, kann die Luftzufuhr etwas gedrosselt werden, der Abbrand verläuft dann etwas ruhiger und nicht so schnell. Wenn das Holz völlig durchgeglüht ist, kann die Luftzufuhr fast ganz geschlossen werden, sodass die Glut noch lange anhält und Wärme abgegeben wird. Oder Sie legen erneut wenig (2 bis 3 Stücke) Scheitholz nach, lassen dann aber die Luftzufuhr offen. Bitte beachten: Keinesfalls den Ofen bis oben hin voll Holz stopfen!
Bei guter Verbrennung des Holzes fällt kaum Asche an. Diese können Sie sogar als natürlichen Dünger im Garten verwenden. – Vorausgesetzt Sie haben nur naturbelassenes Holz verbrannt, kein Zeitungspapier, Pappe o.ä. – beides hat im Ofen nichts zu suchen!

Gerhard Mebus