12/2016 Gesunde Süße

Haben Sie Ihre Weihnachtsplätzchen schon alle gebacken? Wenn nicht, ersetzen Sie doch einmal den herkömmlichen Haushaltszucker (=Saccharose) in einem Ihrer Rezepte durch die gleiche Menge Xylit, oder auch Xylitol genannt. Xylit sieht aus wie Zucker, schmeckt so süß wie Zucker – hat aber ca. 40% weniger Kalorien und ist zudem noch gesund:
Dieses Süßungsmittel beugt Karies vor (z.B. xylithaltige Kaugummis, Pastillen), fördert die Verdauung, und da der Körper es ohne Insulin verstoffwechselt, entlastet es die Bauchspeicheldrüse und eignet sich somit auch für Diabetiker. Leider ist es bei Fructose-Intoleranz keine Alternative (→ „Xucker light“, „Erythrit“).
Auch Säuglinge vertragen noch kein Xylit. Stillende Mütter dürfen ihre Speisen und Getränke jedoch unbesorgt damit süßen und ihre Zähne pflegen. Ab dem Kleinkindalter ist Xylit dann die gesunde Süße.

Stellen Sie aber nicht gleich Ihre komplette Ernährung auf Xylitol um, sondern lassen Sie Ihren Körper sich langsam daran gewöhnen. Dafür sorgt wahrscheinlich auch schon der Preis: Durch seine aufwendige Herstellung ist Xylit um ein Mehrfaches (ca. 10x) teurer als herkömmlicher Zucker. Man muss es inzwischen nicht mehr in der Apotheke kaufen, sondern erhält Xylitol auch im Biomarkt und gut sortierten Supermärkten.

Xylit ist ein natürliches Produkt und wird u.a. aus Birkenrinde – daher auch der Name Birkenzucker – und Mais gewonnen. Deshalb ist das Bioprodukt vorzuziehen, um evtl. genmanipulierten Mais als Grundlage auszuschließen.
Xylit ist seit 1890 bekannt. Entdeckt wurde es von dem deutschen Chemieprofessor und späteren Nobelpreisträger Emil Fischer und dem französischen Chemiker M.G. Bertrand. Aber erst im 2. Weltkrieg, als Zucker knapp war, erinnerte man sich in Finnland wieder an das süße Xylit.

Damit es als Zuckeraustauschstoff auf der Zutatenliste eines Produkts als Lebensmittelzusatzstoff erkennbar ist, hat Xylit eine E-Nummer (E967). Wobei es bis jetzt aber nur wenige mit Xylit statt herkömmlichem Zucker gesüßte Produkte auf dem Markt gibt. Am ehesten fündig wird man da im Internet-Versand (Schokolade, Brotaufstriche, Gelierzucker, …).

Birkenzucker ist zum Backen (Ausnahme Hefeteig), Kochen und Süßen von Getränken geeignet. Mit Xylitol gebackener Kuchen wird etwas trockener, weshalb man ein bisschen mehr Flüssigkeit (z.B. Milch) zugeben sollte. Dass er „nicht so braun“ wird (wie allg. behauptet), kann ich nicht bestätigen. Ich reduziere sogar die angegebene Temperatur, weil mir der Kuchen sonst zu dunkel gerät. Kokosmakronen mit Xylit schmecken sehr gut – und man kann sie mit gutem Gewissen genießen! Vielleicht probieren Sie es einfach einmal aus.

Karin Simon