02/2016 Kann man ökologisch waschen?

Wenn wir Waschmittel einkaufen, denken wir vor allem daran, dass unsere Wäsche sauber werden soll. Ist das aber auch das einzig Wichtige?
Wir sollten nicht vergessen, dass alles, was wir in die dafür vorgesehenen Fächer der Waschmaschine schütten, ins Abwasser kommt. Schon 1986 wurde Phosphat in den Waschmitteln verboten, nachdem man herausgefunden hatte, dass dieser Stoff Verursacher der Schaumberge war, die in vielen Gewässern auftauchten.
Es ist also wichtig, was in unseren Waschmitteln enthalten ist: So enthalten Vollwaschmittel in der Regel Enthärter und Bleichmittel. Das letztere braucht man aber nur für weiße Wäsche. Ob und wieviel Enthärter man braucht, hängt vom Härtegrad des Wassers ab. In Oberhaching beträgt der Härtegrad des Wassers 18,8° deutscher Härte (d.H.), das entspricht dem Härtegrad 3. Da dieser aber von 14,0° bis 21,3° d.H. reicht, wird für Waschmitteldosierungen der Härtegrad 2 empfohlen. Auf „normalen“ Vollwaschmitteln wird für hartes Wasser mehr Waschmittel empfohlen als für weiches, weil dann auch mehr Enthärter dabei ist.
Die Alternative ist das Baukastensystem: Man braucht dafür ein Basiswaschmittel und dazu ein Bleichmittel und einen Entkalker (es sei denn, man wohnt in einer Gemeinde, die extrem weiches Wasser, d.h. kalkarmes Wasser hat). Jetzt muss man für weiße Wäsche nicht mehr Waschmittel zugeben, sondern nur das entsprechende Bleichmittel, ebenso ist es mit dem Entkalker. Das klingt komplizierter als es ist, wenn man einmal die Mengenangaben auf den verschiedenen Packungen (Messbecher!) studiert und vielleicht groß draufgeschrieben hat.
Übrigens gibt es eine Info des Umweltbundesamtes, wonach Flüssigwaschmittel mehr Tenside enthalten als Kompaktmittel, wodurch die Gewässer unnötig belastet werden.

Wie bei den Lebensmitteln gibt es auch im Bereich Waschen und Reinigen ökologische Produkte, für die es zertifizierte Labels gibt. Es führt hier zu weit, alle Kriterien dafür aufzuzählen.

Hier die wichtigsten:

  • Verwendung von Rohstoffen aus biologischem Anbau
  • keine Enzyme von gentechnisch veränderten Mikroorganismen
  • optimale biologische Abbaubarkeit
  • keine petrochemischen (auf Erdölbasis) Tenside
  • keine petrochemischen Konservierungsmittel
  • reine Pflanzenseifen aus Ölen aus kontrolliert biologischem Anbau
  • keine künstlichen Farb- Duft- und Konservierungsstoffe.

Unter den Inhaltsstoffen ökologischer Reinigungsprodukte findet man z.B. Rapsöl, Rizinusöl, Olivenöl, Sonnenblumenöl, Salbeiöl und Lavendelöl, Zuckertensid, pflanzlichen Alkohol, Citrate, – und für ein Fleckenspray sogar Panamarinden-Extrakt.
Und wenn Sie die ökologischen Reinigungsmittel anschauen oder testen wollen, – gehen Sie doch mal in einen Bioladen!

Elfriede Hilmer