11/2014 Bio-Kleidung, gibt es das überhaupt?

Bio-Lebensmittel gibt es inzwischen in den meisten Großmärkten und z.B. auf unserem Wochenmarkt, auch Bioläden findet man in jedem größeren Ort. Mit Textilien, die schadstofffrei und umweltfreundlich hergestellt werden, ist das nicht so einfach. Anders als bei Lebensmitteln sind die Begriffe „Bio“ und „Öko“ bei Textilien nicht geschützt.

Am sichersten findet man solche Kleidungen in den Katalogen von Versandhäusern, die sich bemühen, ökologisch einwandfreie Produkte anzubieten: Oberbekleidung, Unterwäsche, Schuhe, Strümpfe, Haushaltswäsche, Ledertaschen, modischer Schmuck, - bei allem wird hier nach möglichst schadstofffreier und sozialverträglicher Herstellung gefragt. Da man nicht bei jedem Stück den Herstellungsweg zurückverfolgen kann, gibt es Symbole, die garantieren, dass bestimmte Standards eingehalten werden.

Ein Label, das uns heute oft begegnet, ist „Textiles Vertrauen, schadstoffgeprüfte Textilien nach Öko-Tex-Standard 100“. Solche Textilien aus konventioneller Herstellung müssen immerhin „nachweislich die aufgestellten Grenzwerte für bestimmte gesundheitsgefährdende Schadstoffe unterschreiten“. Ganz ähnlich ist das Label „Öko-Tex-Standard 1000“, oder, noch strenger, dasselbe mit einem kleinen „plus“. Das heißt, dass diese Artikel sowohl schadstoffgeprüft als auch umweltfreundlich und sozialverträglich hergestellt und zertifiziert sind.

Folgende Symbole findet man vor allem in den Katalogen für Naturkleidung: Für die Zeichen GOTS (Global Organic Textile Standard) und IVN (Internationaler Verband Naturtextilien) gelten sehr strenge Auflagen. Kba bzw. KbT bedeutet, dass dieser Artikel aus zertifiziert biologischer Baumwolle bzw. Tierhaltung angefertigt wurde.

Für die Kriterien, um die es hier geht, ein Beispiel: Zertifizierte Biofasern: Es dürfen für den Anbau keine synthetischen Dünger oder Pflanzenschutzmittel verwendet werden, auch giftige Entlaubungsmittel sind tabu. Diese Baumwolle wird also von Hand gepflückt.

Man sieht, es ist nicht leicht, Kleidung und Wäsche unter ökologischen Kriterien einzukaufen. Außerdem sollten wir aber nicht vergessen, dass es umweltfreundlicher ist, Kleidung lange zu tragen statt sie in noch gutem Zustand wegzuwerfen oder zu „spenden“. Wenn wir uns nicht zu sehr nach der Mode richten, sondern Dinge suchen, die uns stehen und unseren Bedürfnissen entsprechen, werden sie uns auch lange dienen.

Elfriede Hilmer