10/2011 Das liebe Vieh

Haben Sie vielleicht einen Hund, eine Katze, ein Häschern oder ein Meerschweinchen? Wenn ja, werden Sie das Tier sicher liebevoll versorgen und bei Krankheit zum Veterinär bringen. Vielleicht sind Sie empört über Stierkämpfe in südlichen Ländern und über manchen Zoo, in dem die Tiere nicht ihrer Art gemäß gehalten werden oder zu wenig Platz haben?

Eine andere Frage: Essen Sie Fleisch? Schön appetitlich liegt es beim Metzger in der Auslage. Wir alle wissen: Irgend ein Tier muss immer getötet werden, damit bei uns Fleisch auf den Tisch kommt.

Aber was wissen wir eigentlich über das Leben dieses Tieres?
 

  • Wurde diesem Huhn als Küken die Schnabelspitze amputiert, obwohl der Schnabel sein wichtigstes Tastorgan ist?
  • Litt diese Pute - bei konventioneller Intensivmast - unter schmerzhafter Veränderung der Fußballen?
  • Kam dieses Rind auf die Weide?
  • Gibt es eigentlich noch die Ferkelkastration ohne Betäubung?
  • Was hat der Antibiotika-Missbrauch in der intensiven Nutztierhaltung für Folgen?
  • Wie lang war der Transportweg und wie waren die Transportbedingungen vor der Schlachtung?

Wäre es nicht sinnvoll, diese und ähnliche Fragen zu stellen, die entsprechenden Gesetze zu studieren, sich einmal Ställe vor Ort anzuschauen? Vielleicht gibt es einmal einen Tag der offenen Tür? Jeder Landwirt, der sich um artgerechte Viehhaltung bemüht, wird Gelegenheiten suchen, den Verbraucher darüber zu informieren, nicht zuletzt, damit dieser versteht, warum sein Fleisch teurer sein muss als das aus Intensiv-Tierhaltung.

Man muss nicht Vegetarier sein, um jedem Tier, auch dem, dessen Fleisch später auf den eigenen Tisch kommt, ein artgerechtes Leben zu wünschen, aber vielleicht muss man bereit sein, einen entsprechenden Preis zu zahlen.

Auch Nutztiere sind Tiere, auch sie gehören zu der uns umgebenden Natur, auch sie brauchen unseren Schutz.

Elfriede Hilmer