12/2010 Klimaschutz und gesunde Ernährung - Kulinarische Anregungen nicht nur zur Weihnachtszeit

Spargel im Winter, Erdbeeren zu Weihnachten und das ganze Jahr über Tomaten. – Das alles ist heute möglich. Wir könnten übers Jahr fast immer das Gleiche essen. - Aber wollen wir das wirklich?
Mit dem Wechsel der Jahreszeiten bietet sich bei uns die Möglichkeit, die verschiedensten Kräuter, Obst- und Gemüsesorten zu genießen und damit Abwechslung in unsere Küche zu bringen. Auch viele alte heimische Gemüsesorten wie Pastinaken, Schwarzwurzeln oder Topinambur (Erdartischocke) tanken den ganzen Sommer über Sonne und liefern uns im Herbst und Winter gesunde Vitamine und Mineralstoffe mit viel Geschmack.
Sie kennen keine Rezepte für diese vergessenen Wurzelgemüsesorten? Dann stöbern Sie doch ‘mal wieder in Kochbüchern: z.B. in „Herbst – Winter – Gemüse” von Anne Rogge, „Biokisten Kochbuch – Gemüsegenuss für alle Jahreszeiten“ von Cornelia Schinharl oder dem vom BUND empfohlenen „Klimakochbuch”, in dem sechs „Klimaköche“ über klimafreundliches Einkaufen, Kochen und Genießen informieren.

Mit Energiesparlampen und Wärmedämmung leisten viele von Ihnen ihren ganz persönlichen Beitrag zum Klimaschutz. Aber auch mit unserer Ernährung können wir viel für das Klima tun: Saisonales Obst und Gemüse aus der Region sind nicht nur sehr gesund, sondern auch gut für die Umwelt, da beim Transport weniger Schadstoffe anfallen, weil die Wege in der Regel kurz sind. Wer saisonale Produkte aus der Region kauft kann sicher sein, sich abwechslungsreich zu ernähren und so Mangel- und Fehlernährung vorzubeugen.
Bevorzugen Sie gering verarbeitete Lebensmittel, denn je mehr Verarbeitungsschritte ein Lebensmittel bis zum Verkauf durchläuft, desto mehr Energie benötigt es.
Der Anbau von Obst und Gemüse, ebenso wie die Produktion von Brot und Nudeln, verursachen deutlich weniger Treibhausgase als die Erzeugung von Fleisch und Milchprodukten.

Hier ein paar interessante Fakten: Vergleicht man den Ausstoß an klimaschädlichen Gasen bei Hühnern, Schweinen und Rindern, so stellt man fest, dass das Rind durch Rülpsen und Blähungen die Atmosphäre mit Methan (21x klimaschädlicher als CO2) am meisten belastet.
Den mit Abstand größten Anteil an klimaschädlichen Emissionen (CO2, Methan), die bei der Lebensmittelproduktion entstehen, haben Butter (mit weitem Abstand), Sahne, Milch, Eier und Fleisch. Das bedeutet nicht, dass man darauf verzichten soll – aber vielleicht isst man davon weniger und dafür Bio-Qualität?
Lebensmittel aus kontrolliert-biologischem Anbau schneiden gegenüber ihren konventionell hergestellten „Verwandten“ besser für das Klima ab – vor allem bei Rindfleisch, Kartoffeln und Tomaten (keine energieintensiv hergestellten Kunstdünger und synthetische Pflanzenschutzmittel, Aufzucht ohne Medikamente und Hormone, …).
Wenn es also ab und zu Fleisch sein soll, dann spricht vieles für hochwertige Bio-Qualität, die nicht nur besser schmeckt und nicht in der Pfanne schrumpft, sondern auch mit gutem Gewissen genossen werden kann.

In unserer hektischen Zeit schiebt manch einer sich schnell eine Pizza in den Ofen. Nehmen Sie sich doch öfter – nicht nur zu Weihnachten – die Zeit, mit der ganzen Familie und/oder Freunden zu kochen und zu genießen. Und sparen Sie nebenbei noch Energie.

Karin Simon