10/2008 Rote Karte den Braunkohlebriketts

Heizen ist heute so teuer wie noch nie und die Preise für Heizöl und Erdgas steigen voraussichtlich weiter an. Da schaut sich mancher nach einer preiswerten Alternative um. Besitzer von Kachel- und Kaminöfen sowie von offenen Kaminen werden da auch bald fündig. Außer Brennholz aus heimischen Wäldern werden in den letzten Jahren die tot geglaubten Braunkohlebriketts, vor allem in großen Baumärkten, wieder angeboten. Aber ist diese zu länglichen Quadern gepresste Braunkohle wirklich eine Alternative?
Die heutigen Heizanlagen mit den modernen Brennern haben einen hohen Wirkungsgrad. D.h. sie nutzen die im Erdgas und Heizöl vorhandene Energie optimal aus. Diese hohe Energieausbeute ist mit Öfen und Kaminen nicht zu erreichen. Hier wird buchstäblich viel Heizenergie „zum Kamin heraus geheizt“. Die angeblich billige Kohle entpuppt sich damit als doch nicht so preiswerter Brennstoff.
Aber dies ist nur eine Seite der Medaille. In Zeiten des Klimawandels sollte man auch den CO2 Ausstoß beachten. Auch hier schneidet die Braunkohle besonders schlecht ab.

Zum Vergleich emittieren beim Verbrennen:

&nbsp;Braunkohle&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; ca. 800 Gramm CO<sub>2</sub> pro kWh Heizenergie
&nbsp;Heizöl ca. 240 Gramm CO<sub>2</sub> pro kWh Heizenergie
&nbsp;Erdgas ca. 160 Gramm CO<sub>2</sub> pro kWh Heizenergie

Braunkohle enthält außerdem bis zu 3 % Schwefel, der bei der Verbrennung über die Schornsteine als Schwefeldioxyd freigesetzt wird, das dann, aufgelöst im Wasser, als saurer Regen die bekannten Probleme verursacht. Dazu kommen die Geruchsbelästigungen und Luftschadstoffe wie Feinstaub und Ruß, die die Umwelt und die Gesundheit belasten.
Abgebaut wird die Braunkohle meist im Tagebau. Diese grauenhafte Landschaftszerstörung führt zu massiven ökologischen Problemen und der Vertreibung tausender Menschen. Ganze Ortschaften mussten schon den riesigen Baggern weichen.

Um zukünftig weniger Geld für das Heizen ausgeben zu müssen, hilft auf Dauer nur das Energiesparen, das z.B. durch moderne Heizanlagen, Hauswärmedämmungen und die Nutzung Erneuerbarer Energien zu erreichen ist.
Deshalb zeigen Sie dem Klima- und Umweltsünder Braunkohle die Rote Karte!

Monika Straub