05/2008 Abfall vermeiden ist besser

Die Mülldeponien waren randvoll, viele neue Müllverbrennungsanlagen sollten gebaut werden, auch im südlichen Landkreis von München sollte ein Standort gesucht werden. So stellte sich die Situation vor etwa 20 Jahren dar. Der Erfolg des „Besseren Müllkonzepts“ im Volksentscheid 1991 hatte ein neues bayerisches Abfallgesetz zur Folge. Seitdem sortieren wir den Abfall in Papier, Glas, Kunststoff etc., es ist zur alltäglichen Gewohnheit geworden. Ziel der Mülltrennung ist, die Menge an Restmüll möglichst klein zu halten und die Wiederverwertbarkeit von Rohstoffen zu sichern.
Aber Recycling ist mit erheblicher Umweltbelastung verbunden: Transportwege, das Sortieren und der Recyclingvorgang selbst verbrauchen viel Energie.
In der Beurteilung muss unterschieden werden, welches Material der Wiederverwertung zugeführt wird. Nehmen wir das Beispiel Batterien. Die Verwendung von Batterien steigt, man denke nur an Spielzeug oder Wegwerfkameras und damit steigt auch der Verbrauch von Rohstoffen bei der Herstellung. Beim Recycling können Rohstoffe wie Mangan zurück gewonnen werden, die Rückgabequote ist aber noch gering. Wenn Batterien achtlos in den Restmüll geworfen werden, bedeutet dies gedankenlose Verschwendung. In Oberhaching können Batterien beim Handel und im Wertstoffhof abgegeben werden.
Bis zum Oktober 2008 muss in den Ländern eine EU-Batterie-Richtlinie umgesetzt werden. Sie legt Ziele für Sammlung und Verwertung fest.

Nun kommt aber der entscheidende Punkt. Die Abfallvermeidung hat in den Abfallgesetzen Vorrang vor der Verwertung und Entsorgung.

Wir können viel dazu beitragen. Sei es im Haushalt, im Büro, in der Freizeit, wenn wir z.B. aufwändig verpackte Ware links liegen lassen, langlebige Produkte bevorzugen, etwa beim Möbelkauf, beim Einkauf von Elektrogeräten auf Reparaturfreundlichkeit achten, Computerausdrucke reduzieren, doppelseitig kopieren, Mehrweg verwenden, dann kommen wir dem Ziel näher, durch eigenes Handeln die Umwelt zu schonen.

Erna Pletschacher