Zur Startseite

Natur vor der Haustür

01/2026 Der Vogel des Jahres 2026: Das Rebhuhn

Seit 1971 wird vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) und dem NABU der 'Vogel des Jahres' gekürt; seit 2021 kann die Öffentlichkeit aus fünf Vogelarten auswählen. In diesem Jahr fiel die Wahl auf das Rebhuhn.

Begegnet man – was selten vorkommt – Rebhühnern in freier Natur, so nimmt man sie als graubraune, ca. 30cm große Vögel mit rostrotem Schwanz wahr, die plötzlich auffliegen und nach einer Weile wieder landen. Hat man das Glück, sie in Ruhe mit einem Fernglas beobachten zu können, so sieht man weitere Details, wie die orangebraune Färbung an Gesicht und Kehle, die braune Bänderung an den Flanken sowie den schwarzbraunen hufeisenförmigen Bauchfleck. Ursprünglich ein Steppenvogel, fühlt sich das Rebhuhn in Mitteleuropa heute in der Feldflur und auf Brachflächen wohl. Während die Nahrung der Jungvögel aus Insekten besteht, bevorzugen die Altvögel pflanzliche Nahrung wie grüne Pflanzenteile, Getreidekörner und Samen von Wildkräutern.

Ab Ende Februar lässt sich der schnarrende Revierruf des Männchens in der Abend- und auch in der Morgendämmerung vernehmen. Nach der Reviersuche im März/April wird das Nest vor allem in ungenutzter Vegetation angelegt, etwa in Feldrainen, an Säumen von Hecken und in Brachflächen; ab Ende April beginnt die Eiablage. Während das Weibchen brütet, wacht das Männchen in Nestnähe. Nach 23 bis 25 Tagen schlüpfen die Jungen, die mit 13 bis 14 Tagen fliegen können und mit etwa fünf Wochen selbständig sind. In der Regel bleibt es bei einer Jahresbrut, bei frühem Gelegeverlust ist jedoch ein Nachgelege möglich. Bis in den Spätwinter sind die Tiere dann im Familienverband unterwegs.

Das Rebhuhn ist von West-Europa bis nach Sibirien verbreitet, sowie von Skandinavien bis zum Mittelmeer. Mancherorts wurde es (wieder-)angesiedelt, so auch in Nordamerika. 
In Deutschland ist das Rebhuhn lückenhaft verbreitet, meist in Höhenlagen unterhalb 600m üb.NN; Schwerpunktgebiete sind Schleswig-Holstein, das Nordwestdeutsche sowie das Oberrheinische Tiefland. In Bayern kommt es am häufigsten im Nordwesten sowie im Donauraum, der Hallertau und den niederbayerischen Gäuböden vor. Im Alpenvorland südlich von München fehlt es weitgehend.
Der Bestand wird in Deutschland grob mit 50.000 Vögeln angegeben, womit das Rebhuhn als häufiger Brutvogel gilt. Schon vor der Einführung der Landwirtschaft kam es in Mitteleuropa vor; über Jahrtausende hat die Landwirtschaft weiteren Lebensraum für diese Vogelart geschaffen.

Spätestens seit dem 20. Jahrhundert nimmt der Rebhuhn-Bestand in Deutschland deutlich ab. Seit Anfang der 1980er Jahre hat er sich in den meisten Gebieten mindestens halbiert, aus manchen Gebieten ist das Rebhuhn gänzlich verschwunden. Auch in Bayern wird es in der 'Roten Liste' der gefährdeten Vogelarten als 'stark gefährdet' geführt.

Für den starken Rückgang gibt es mehrere mögliche Ursachen. So hat sich durch Fortschritte in der Landwirtschaft die Vielfalt an Unkräutern und Insekten und damit an Nahrung für die Rebhühner reduziert. Ungenutzte Flächen wie Feldraine und Brachen als Lebensraum fehlen immer mehr. Wo es sie noch gibt, werden sie bevorzugt von Raubtieren wie dem Fuchs abgesucht. Auch der Fuchs-Bestand spielt eine Rolle, ebenso Witterung und Straßenverkehr.

Während das Rebhuhn in früheren Zeiten ein beliebtes Jagdwild war, wird heute in manchen Bundesländern auf die Jagd verzichtet; in Bayern hingegen ist sie im September und Oktober erlaubt.

Mit Glück kann man auch bei Oberhaching Rebhühner antreffen (mindestens zum Teil ausgewildert). An Hühnervögeln kommen hier außerdem Fasane (ebenfalls ausgewildert) und Wachteln vor.

Markus Dähne