Mähroboter – praktische Helfer mit Schattenseiten

Sie arbeiten leise, zuverlässig und völlig selbstständig. Mähroboter erleichtern vielen Gartenbesitzer*innen den Alltag. Ein stets gepflegter Rasen ohne großen Aufwand wirkt auf den ersten Blick ideal. Doch immer häufiger wird kritisch hinterfragt, welche Auswirkungen diese Geräte auf die Natur in unseren Gärten haben.
Dauerbetrieb im Garten
Im Gegensatz zum klassischen Rasenmähen kommen Mähroboter oft täglich oder mehrmals pro Woche zum Einsatz. Der Rasen bleibt dadurch dauerhaft sehr kurz. Was ordentlich aussieht, ist für die Natur jedoch problematisch, denn Blumen, Wildkräuter und Gräser haben kaum Zeit zu wachsen oder zu blühen. Damit verschwinden wichtige Nahrungsquellen für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten.
Auch für bodenlebende Tiere wird es schwieriger. Häufiges Mähen zerstört Rückzugsorte und verhindert, dass sich beständige Lebensräume entwickeln können. Der Bund Naturschutz weist darauf hin, dass intensiv gepflegte Rasenflächen einen deutlichen Rückgang der Artenvielfalt mit sich bringen.
Gefahr für Igel und andere Kleintiere
Der Einsatz von Mährobotern in der Dämmerung und nachts ist besonders für nachtaktive Tiere kritisch. Igel und Amphibien sind häufig gerade zu diesen Zeiten unterwegs. Mähroboter erkennen die Tiere oft nicht, zudem sind Igel keine Fluchttiere – bei Gefahr rollen sie sich zusammen. Gegen rotierende Messer schützt dieses Verhalten leider nicht.
Mehr Natur trotz Mähroboter
Die gute Nachricht: Mähroboter müssen nicht vollständig verschwinden, um die Natur zu schützen. Schon kleine Veränderungen können viel bewirken. Besonders effektiv ist es, bewusst Teilbereiche des Gartens seltener oder gar nicht mehr zu mähen. Dort können sich Wildblumen ansiedeln, aus welchen mit der Zeit kleine Blühflächen entstehen.
Eine etwas höhere Schnitthöhe verbessert die Lebensbedingungen für Insekten deutlich. Wer zusätzlich die Mähintervalle verlängert und einfache Versteckmöglichkeiten wie Laub- oder Totholzhaufen anbietet, schafft Rückzugsorte für viele verschiedene Tierarten. Ein kurzer Kontrollblick vor dem Mähen kann außerdem helfen, Tiere vor Verletzungen zu schützen.
So schützen Sie Tiere und Pflanzen im Garten:
- Einen Teil des Rasens ungemäht lassen
- Schnitthöhe um 2-3 cm erhöhen
- Mähroboter nur tagsüber (ca. 10–17 Uhr) fahren lassen
- Mähintervalle verlängern
- Rasen vor dem Mähen nach Tieren absuchen
- Verstecke für Igel & Co. bauen (z. B. Laub, Holz)
Konrad Enders













