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Natur vor der Haustür

Der Giersch

Der Giersch (Aegopodium podagrariagehört zur Familie der Doldenblütler und ist vermutlich den meisten Gartenbesitzern bekannt. Wegen seiner Vorliebe, sich im Garten sehr auszubreiten und sich auch schwer bekämpfen zu lassen, ist er als „Unkraut“ gefürchtet! Wer ihn einmal im Garten hat, kann ihn nur mit erheblichem Aufwand und sehr viel Zeit bekämpfen. Mähen bzw. mit der Gartenschere abschneiden mag er zwar gar nicht, aber auch diese Art der Reduzierung dauert einige Jahre!

Die Wurzeln vermehren sich unterirdisch stark wuchernd und bilden Rhizome, jedes Stückchen Wurzel, das in der Erde verbleibt, vermehrt sich weiter!
Im Internet werden immer wieder verschiedene Pflanzen propagiert, die den Giersch vertreiben würden. Aber aus eigener Erfahrung muss ich feststellen, dass das so nicht stimmt. Die Wurzeln überwinden – fast – jedes Hindernis!

Wer sich aber am Ausbreitungsdrang des Gierschs nicht stört und ihn wachsen lässt, wird mit wunderschönen weißen Blütendolden belohnt, die von Insekten und Schmetterlingen umschwärmt und zur Nahrungssuche sehr gerne angeflogen werden.
Aber Giersch hat noch eine andere Seite: Bereits im Mittelalter wurde diese Pflanze als „Zipperleinskraut“ gegen Gicht empfohlen. Auch gegen rheumatische Erkrankungen sowie Nieren- und Blasenleiden soll er helfen, denn er besitzt harntreibende und verdauungsfördernde Eigenschaften.

Seit einigen Jahren finden sogenannte „Wildgemüse“ Eingang in unsere Küchen und auf unsere Teller. Auch Giersch ist hier sehr gefragt, denn seine Blätter und dreikantigen Stiele schmecken ein wenig nach Sellerie und Petersilie.
Roh als Salatzugabe, als Stängelgemüse, Beigabe zu Gemüsesuppen oder auch zu Brotaufstrichen mit Butter oder Frischkäse, als Zugabe in Quiches, alles ist möglich. Zusammen mit den zarten jungen Trieben und Blättern von Brennnesseln vermischt ergibt es einen wirklich guten „Spinat“.

Ältere Gierschblätter können als Tee verwendet werden. Der Geschmack erinnert ein wenig an die bekannte Limonade „Almdudler“.
Giersch enthält je 100 g etwa 200 mg Vitamin C, 130 mg Calcium, sowie Carotin, Magnesium, Eisen und Kupfer in geringen Mengen.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Inge Mebus