Mehr Apfelbäume pflanzen – alte Sorten erhalten
Apfelbäume gehören seit Jahrhunderten zu unserer Kulturlandschaft. Sie liefern nicht nur schmackhaftes Obst, sondern sind auch wertvoll für Natur und Umwelt. Deshalb sollten wieder mehr Apfelbäume gepflanzt werden. Für einen normalen Hausgarten eignen sich aufgrund ihrer geringeren Größe (weniger Platzbedarf) Buschbäume oder kleinere Halb- bzw. Säulenformen. Hochstämme (Höhe bis zu 12 m, Kronendurchmesser bis zu 10 m) dagegen sollten eher in größere Grundstücke und Streuobstwiesen gepflanzt werden. Besonders empfehlenswert ist dabei die Verwendung alter, regionaler Sorten.
Alte Apfelsorten haben viele Vorteile, denn sie sind häufig gut an die klimatischen und örtlichen Bedingungen ihrer Region angepasst und können robust gegenüber Krankheiten sein. Äpfel gehören zu den beliebtesten Obstsorten in Deutschland. Sie besitzen eine große Vielfalt an Geschmack und Verwendungsmöglichkeiten. Sorten wie Boskoop, Berlepsch oder Gravensteiner erinnern an frühere Zeiten und tragen dazu bei, die genetische Vielfalt unserer Obstbäume zu erhalten. Manche alten Sorten sind heute nur noch selten zu finden. Werden sie nicht weitervermehrt, könnten sie langfristig verschwinden.
Apfelbäume sind außerdem ein wichtiger Lebensraum: Blüten bieten im Frühjahr Nahrung für Bienen und andere Insekten. Alte Bäume mit ihren Höhlen und Ästen können Vögeln und zahlreichen weiteren Tieren Unterschlupf bieten. Besonders Streuobstwiesen verbinden daher den Nutzen für den Menschen mit dem Schutz der Natur.
Warum also nicht bei Bauvorhaben das Pflanzen von Apfelbäumen stärker berücksichtigen? Bei Entstehung neuer Wohnhäuser, Gewerbegebiete oder öffentlicher Gebäude geeignete Flächen von Anfang an für Obstbäume einplanen?
Wo alte Bäume einem Bauprojekt weichen müssen, sollte geprüft werden, ob sie erhalten oder an anderer Stelle ersetzt werden können. Und bei Ersatzpflanzungen möglichst regionale und alte Sorten verwenden (Adressen geeigneter Gärtnereien und Baumschulen sind im Internet zu finden).
Mehr Apfelbäume würden unsere Orte grüner und lebenswerter machen. Gleichzeitig könnten wir damit einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und unserer regionalen Kulturlandschaft leisten. Es lohnt sich deshalb, bei neuen Pflanzungen nicht nur auf schnell wachsende Ziergehölze zu setzen, sondern auch auf langlebige Apfelbäume. So können heutige Entscheidungen noch für kommende Generationen Früchte tragen.
Gerhard Mebus













