Laubbläser stören nicht nur, sie schaden auch

In diesem Jahr fallen die Blätter sehr früh und die Stürme warten nicht erst auf den Herbst. Man sieht bereits viele Laubblätter auf den Straßen und Gehwegen sowie in den Gärten. Hier in Oberhaching kümmern sich vor allem externe Dienstleister um die Außenanlagen der Mehrfamilienhäuser. Ein beliebtes Instrument ist der Laubbläser, der regelmäßig zum Einsatz kommt. Was die Bewohner rundherum am meisten stört, ist vor allem seine Lautstärke. Bis zu 110 Dezibel beträgt der Schallpegel bei handelsüblichen Modellen, und Akkulaubbläser kommen immerhin noch auf 80 bis 90 Dezibel.
Ohne Schutzmaßnahmen kann das für die Anwender bei Dauerbelastung zu Hörschäden führen.
Laubsauger und -bläser, die von einem Verbrennungsmotor angetrieben werden, stoßen darüber hinaus gesundheitsschädliche Abgase wie Kohlenwasserstoffe, Stickoxide und Kohlenmonoxid aus.
Laubbläser verschlimmern die Feinstaubsituation, denn auf Wiesen und Gehwegen werden Mikroben, Pilzsporen, Unrat und Tierkot aufgewirbelt und fein in der Luft verteilt. Zudem wird der vom Abrieb der Reifen und Bremsen stammende Feinstaub sowie Dieselruß, der sich bereits am Boden abgesetzt hatte, erneut aufgewirbelt, so dass er eingeatmet werden kann.
Dem BUND Naturschutz liegen natürlich besonders auch die dadurch gefährdeten Tiere, Amphibien und Insekten am Herzen. Werden die Blätter eingesaugt und gehäckselt, trifft es vor allem Kleintiere wie Spinnen und Käfer. Außerdem dienen Blätter und Äste der erneuten Humusbildung, der von Würmern, Insekten, Spinnen und Kleinsäugern als notwendige Nahrung benötigt wird. Eine Deckschicht aus Blättern sorgt dabei für einen vor Hitze und Kälte geschützten Lebensraum. Es wird deshalb empfohlen, auf den Einsatz von Laubbläsern und -saugern ganz zu verzichten und das Laub zum Schutz von Tieren und Pflanzen unter Bäumen und Sträuchern liegen zu lassen. Dort, wo es unbedingt sein muss, sollte mit einem Besen oder Rechen gearbeitet werden. Falls zu viel Laub vorhanden ist, empfiehlt sich als Kompromiss die biologische Entsorgung in den Kompost oder am Wertstoffhof.
Auch in den Gärten kann viel erreicht werden. Beispielsweise können Laubhaufen angelegt werden. In diesen finden unter anderem auch Schmetterlingslarven einen Platz zum Überwintern. Wird das Laub auf Beeten oder unter Bäumen verteilt, dient es den Regenwürmern, Käfern und Spinnen als Unterschlupf. Für die Vögel sind die überlebenden Insekten eine wichtige Nahrungsquelle. Wann haben Sie zuletzt einen Marienkäfer in Ihrer Umgebung entdeckt?
Nina Kordes













