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Natur vor der Haustür

Hände weg vom Kirschlorbeer

Der immergrüne Kirschlorbeer steht in vielen Gärten als Hecke oder Sichtschutz. Er wächst schnell, ist pflegeleicht und verträgt Trockenheit. Aber der Zierstrauch aus Kleinasien zehrt den Boden aus und ist hoch invasiv, d.h. er verdrängt heimische Pflanzen. Außerdem sind seine Blätter, Rinde und Samen giftig, da sie Blausäure enthalten. Es ist also Vorsicht bei Kindern und Haustieren geboten! Die Schweiz verbietet Verkauf und Pflanzung seit September 2024.

Das ökologische Gefüge zwischen heimischen Tieren und Pflanzen ist sehr eng aufeinander eingespielt. Bietet Kirschlorbeer gerade mal Nistmöglichkeiten, aber unseren Insekten und Vögeln kaum Nahrung, so finden viele Vogel- und Insektenarten in unseren heimischen Wildsträuchern Lebensraum und ein unerschöpfliches Nahrungsangebot.

Alternativen für eine Sichtschutzhecke

Für eine dichte Sichtschutzhecke bieten sich der robuste Gewöhnliche Liguster oder die Hainbuche an. Der Liguster wächst schnell, ist schnittverträglich und winterhart. Seine Blüten sind wichtig für Insekten und seine Beeren für Vögel. Die Hainbuche ist sehr blickdicht, obwohl sie ihr Laub abwirft, da im Winter meist die braunen Blätter hängen bleiben.

Freiwachsende Hecke

In einer freiwachsenden Hecke können sich die einzelnen Sträucher frei entfalten. Zu den heimischen, ökologisch wertvollen Alternativen für diese Heckenart zählen:

  • Gewöhnliche oder Echte Berberitze:
    anspruchslos, dornig, mit schönem Herbstlaub;
    sommergrün mit gelben Blüten;
  • Felsenbirne (Strauch des Jahres 2026):
    anspruchslos, robust, sehr frosthart;
    kommt mit Trockenheit gut zurecht;
    besticht durch attraktive rote und gelbe Herbstfärbung;
    Früchte begehrt bei Mensch, Amseln und Staren;
  • Kornelkirsche:
    gelbe Blüten, erste Nahrung für Honig- und Wildbienen;
    robust und weitgehend trockenheitsresistent;
    schnittfest, treibt selbst bei starkem Rückschnitt wieder aus;
    Hartriegel, keine Kirschart;
    Kornelkirschen schmecken Mensch und Vögeln;
  • Roter Hartriegel:
    die in Mitteleuropa am meisten verbreitete Art des Hartriegels;
    weißblütig mit roten Ästen;
    rote Laubblätter im Herbst;
  • Schwarzdorn:
    viele Dornen, die ihn undurchdringlich machen;
    sehr gut für dichte Hecken geeignet;
    frühe, weiße Blüten;
    Früchte (Schlehen) wichtiges Nahrungsangebot im Winter;
  • Weißdorn:
    dicht verzweigtes, dorniges Rosengewächs; 
    viele weiße oder rosafarbene Blüten;
    auch für uns essbar (roh, Gelee);

Kirschlorbeer erscheint vielleicht auf den ersten Blick als pflegeleichte, immergrüne Pflanze attraktiv, aber seine negativen ökologischen Auswirkungen überwiegen. Möchten Sie einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten, setzen Sie bei Gartenhecken auf heimische Gehölze.

Karin Simon

*Link: commons.wikimedia.org/wiki/File:Schlehdorn_als_Formgeh%C3%B6lz_geschnitten.jpg