Leserer-Bau in sensibler Hangkante

Offener Brief an das Landratsamt München, die Gemeinde Oberhaching und die Presse am 27.07.2007

Herr Leserer lässt weiter Bagger in sensibler Hangfläche wühlen. Seit vergangener Woche verschandelt eine Aufschüttung von knapp 300 m² und z.T. über 1,8 m Höhe die Hangfläche nördlich des Wagnerweges in Oberhaching. Hier befindet sich auch Leserers neue Ausgleichsfläche, welche als Ersatz für die vom Landratsamt im nachhinein nicht genehmigte Ausgleichsfläche im Hinteren Gleißental ausgewiesen wurde. Nachdem die Aufschüttung allein eigentlich keinen Sinn macht, gehen wir davon aus, dass hier ein Gebäude errichtet wird, dessen Bestimmung allerlei Vermutungen zulässt.
Anfang des Jahres monierte das Landratsamt, dass das geplante Baugebiet nördlich des Wagnerweges eine Beeinträchtigung des landschaftsprägenden Hanges darstellt. Die jetzt hier eingeleitete Maßnahme durch Herrn Leserer bedeutet eine Verunstaltung der Hangfläche.
Es wird hier wieder eine Tatsache geschaffen, die dem Schutz der Hangkante widerspricht. Es ist uns und vielen Bürgern schwer vermittelbar, dass ausgerechnet an dieser exponierten Stelle ein Gebäude errichtet werden soll.
Wir fordern deshalb die zuständige Behörde auf, ihr möglichstes zu tun, um die ursprüngliche Erlebbarkeit der Hangfläche wieder herzustellen.

Erna Pletschacher & Eike Hagenguth


Zum Offenen Brief sind am 03.08.2007 Veröffentlichungen in der SZ und im Münchner Merkur erschienen!

Zusätzlicher Kommentar im Münchner Merkur am 04.08.2007:
Bewundernswertes Engagement

Sie haben's nicht leicht mit der Leserer-Familie, die Oberhachinger. Man erinnere sich an den großen Disput über den Kibek-Pylon. Jetzt sorgt der Bau des Feldstadls an der Hangkante am Wagnerweg für Aufruhr. Die große Empörung der Oberhachinger erscheint jedoch im ersten Moment völlig unverständlich: Warum soll ein Feldstadl für solch erhitzte Gemüter sorgen? Erst bei näherem Betrachten der Umstände erscheint die Reaktion nachvollziehbar. Die Oberhachinger tun das, was in vielen Gemeinden nicht mehr selbstverständlich ist: Sie sorgen sich um den Erhalt des Landschaftsbildes ihrer Gemeinde. Wo andernorts der Bau eines solchen Stadls nur müdes Schulterzucken hervorrufen würde, gehen die Oberhachinger auf die Barrikaden. Eigentlich sehr bewundernswert, dieses Engagement.