01/2014 Öfter mal abschalten – Energiesparen rund um den PC

Beim Kauf und Betrieb von neuen größeren Haushaltsgeräten achten zwischenzeitlich nahezu alle Bürger auf den Stromverbrauch. Dies ist auch relativ einfach möglich, da es eine Bewertungsskala mit Energieeffizienzklassen für alle Großgeräte gibt. Wenn es jedoch um den Energieverbrauch eines PCs geht, dann herrscht diesbezüglich Ratlosigkeit vor. Daher soll dieser Tipp Ihnen Möglichkeiten aufzeigen, wie man Energieeinsparungen auch beim PC erreichen kann.

PCs bestimmen unseren Alltag, egal ob in der Arbeit oder Zuhause. Daheim wird der PC gerne eingeschaltet und läuft dann oft den ganzen Tag bis spät in die Nacht durch, obwohl man diesen nur ab und zu benutzt. Im Durchschnitt fallen daher lediglich 30% des Stromverbrauchs eines PCs auf die eigentliche aktive Arbeitszeit und ganze 70% auf Zeiten in denen er zwar eingeschaltet ist, aber nicht benutzt wird. Strom sparen rund um den PC beginnt also damit, den PC abzuschalten, wenn er nicht benötigt wird. Dies wird jedoch oft nicht praktiziert, da das Herunterfahren und der anschließende Neustart eines Systems doch recht lange dauern. Wenn man aber weiß, dass man einstellen kann, was beim Betätigen des Netzschalters (der Ein-/Austaste) geschehen soll, dann sieht die Sache ganz anders aus. In den verschiedenen Systemen gibt es hierzu Einstellungen bei den Energieeinsparfunktionen. Bei Windows ist hierzu in der Systemsteuerung unter Energieoptionen das Verhalten des Netzschalters festzulegen. Damit kann eingestellt werden, dass beim Drücken des Netzschalters der PC in den Ruhestand versetzt wird (nicht zu verwechseln mit dem Standby-Modus). In diesem Modus wird der aktuelle Zustand des Systems mit der Arbeitsumgebung (z.B. geladenem Textverarbeitungs-, E-Mail- und Browser-Programm) aus dem Arbeitsspeicher auf die Festplatte gesichert. Danach schaltet sich der PC vollständig ab und kann vom Stromnetz getrennt werden. Beim nächsten Betätigen des Netzschalters wird nun sehr schnell (in ca. 20 Sekunden) der letzte Arbeitszustand wieder hergestellt und man kann seine Arbeit fortsetzen. Hierdurch kann man den gesamten Energieverbrauch des PCs erheblich reduzieren.
Zusätzlich sollte die Energieeinsparfunktion des PCs so eingestellt sein, dass nach ca. 5 Minuten Untätigkeit der Bildschirm in den Standby-Modus wechselt und nach ca. 15 Minuten der PC abgeschaltet wird (in den Ruhezustand geht). Doch auch nach dem Abschalten verbrauchen PC, Drucker, Scanner und USB-Geräte weiterhin Strom. Hier leistet eine Steckerleiste Abhilfe, mit der man die Stromzufuhr unterbrechen kann. Die Aktivierung von Bildschirmschonern hingegen ist nicht zu empfehlen, da durch sie PC und Monitor im Dauerbetrieb bleiben. Früher, als noch Röhrenmonitore die Regel waren, hatten Bildschirmschoner die Funktion, das Einbrennen von stehenden Bildern zu verhindern. Dies ist jedoch mit den heutigen Monitoren (in LCD-, TFT- und LED-Technik) nicht mehr der Fall. Die Bildschirmschoner dienen heute ausschließlich der Unterhaltung und daher sollten diese Stromfresser wegen der Energieverschwendung abgeschaltet werden (ebenfalls bei den Energieeinsparfunktionen).
Es sollten aber auch bereits beim Kauf eines neuen PCs die Voraussetzungen für einen geringen Energieverbrauch geschaffen werden. Für Benutzer mit „normalen Ansprüchen“ an die Rechnerleistung (Surfen im Internet, Textverarbeitung, Filme ansehen) ist ein sparsamer Notebook oder ein auf der gleichen Prozessortechnik basierender Desktop-PC zu empfehlen. Beim Kauf werden oft weit über den Bedarf hinaus gehende leistungsstarke PCs empfohlen, da diese ohne großen Aufpreis erhältlich sind. Hierbei werden jedoch die in der gesamten Betriebszeit anfallenden Energiekosten nicht berücksichtigt. Grundsätzlich ist zu beachten: Je leistungsstärker die einzelnen Komponenten des PCs sind (Prozessor, Grafikkarte, Netzteil) desto mehr Energie verbraucht er. Die Ausstattung eines neuen PCs sollte deshalb dem Bedarf angepasst sein. Wer weder aufwendige Spiele spielt und auch keine Video-Bearbeitung durchführt, benötigt auch keinen besonders leistungsstarken Prozessor und auch keine leistungsstarke Grafikkarte.

Hat man sich für einen Notebook entschieden und der Bildschirm ist für eine spezielle Anwendung doch zu klein, dann bietet sich hierfür der Anschluss eines sparsamen externen LED-Monitors an. Diesen Bildschirm kann man dann in Betrieb nehmen, wenn er benötigt wird. Über die bereits beschriebenen Möglichkeiten der Energieeinsparungen hinaus, ist es beim Vorhandensein eines externen Bildschirms ratsam, wenn man den Arbeitsplatz verlässt (auch nur für kurze Zeit), diesen über den Schalter am Gerät auszuschalten.
Noch sparsamer als Notebooks sind die kleineren Netbooks, die zum Surfen, für den E-Mail-Verkehr und einfache Büroanwendungen geeignet sind.

Hans Jakob
Co-Autor: Markus Erlwein - Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV)