04/2011 Abfall im grünen Bereich

Nicht immer sind Mülltonnenbehälter gerade das, was als Augenweide bezeichnet werden kann. Besonders, wenn sie den Eingangsbereich zum Haus und Garten „zieren“. Solche, die eine ebene oder leicht geneigte Oberfläche haben, eignen sich vorzüglich zur Verschönerung durch Pflanzenbewuchs. Das besonders Schöne ist die in Augenhöhe befindliche Pflanzebene. Hier kommen selbst kleinblütige Schönheiten wunderbar zur Geltung. Außerdem lassen sich unerwünschte Gräser, Kräuter und Moose leicht beseitigen.

Der dazu benötigte Pflanzentrog sollte eine Kantenhöhe von ca. 10 cm haben und kann auch selbst aus imprägniertem Holz hergestellt werden. Am Einfachsten ist, nur eine Umrandung an der Mülltonnenbox herzustellen. Zur Abdichtung muss eine wasserdichte Folie auf die Oberfläche gelegt werden. Als unterste Schicht sollte eine ca. 2-3 cm hohe Drainage, bestehend aus Blähtongranulat oder Kies angelegt werden. Um zu verhindern, dass in die Drainage von der darüber liegenden Pflanzschicht Bestandteile eindringen können, ist eine Abtrennung durch ein Filtervlies unbedingt erforderlich. Damit sich bei starkem Regenwetter keine Staunässe bilden kann, muss auch für einen guten Abfluss gesorgt werden, z.B. indem man die wasserdichte Folie an einer Seite etwas nach außen stehen lässt, bzw. bei ganzen Pflanzenschalen am Boden Abflusslöcher anbringt.

Als Pflanzerde für eine naturnahe Begrünung eignet sich das „extensive Dachbegrünungssubstrat“, welches in Gartencentern erhältlich ist. Mit diesem Substrat gedeihen die Pflanzen am besten, sind pflegeleicht und wuchern nicht zu stark. Bewässerung brauchen sie nur, bis sie gut angewachsen sind und bei extremer Trockenheit.

Für einen sonnigen Standort sind Sedumgewächse empfehlenswert, da sie besonders robust und trockenheitsresistent sind. Um einen kleinen bunten Miniatursteingarten herzustellen, gibt es neben Sedumarten eine große Auswahl blühender Bodendecker, z. B. Silberwurz, Glockenblumen, Polsternelken, Sonnenröschen, Thymian, Hauswurz, Steinbrech.

Für einen eher schattigen Platz eignen sich heimische extensive Wildstauden, z. B. gelb blühende kleinwüchsige Frauenmantelarten, Astilben, zierliche Farne, wie Tüpfelfarn oder Hirschzungenfarn, die nicht höher als 20 cm werden, kleinwüchsige Glockenblumen, Veilchen, Taubnesseln, Waldanemonen, Schnittlauch, Goldnesseln, Preiselbeeren oder, wie in der Abbildung zu sehen, Walderdbeeren und Feldthymian.

Nicht nur Sie werden sich über diese kleine Biotopfläche freuen, sondern auch Insekten, wie Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge, die gerne den Blütennektar naschen und dort vielleicht sogar Futterpflanzen für ihre Nachkommen finden.

Hildegard Berndorfer