09/2008 Pro Recyclingpapier: Schulhefte schützen Wälder

Jeder fünfte Baum weltweit endet in einer Papiermühle. Wir gehen mit Papier verschwenderisch um: Ein Deutscher verbraucht im Durchschnitt 235 kg Papier pro Jahr (weltweiter Durchschnitt 52 kg/Jahr).
Dagegen muss für Schulhefte, Blöcke, Druckerpapier etc. aus 100 % Recyclingpapier kein Baum gefällt werden. Das Material besteht aus Altpapier, das größtenteils aus den bekannten Haushaltssammlungen stammt - Grund genug, um auf Recyclingpapier umzusteigen. Schon als Schulkind kann man so Umweltschutz in die Tat umsetzen. Konventionelles Frischfaserpapier wird aus Zellstoff gewonnen, der Rohstoff dafür ist Holz, das zu kleinen Stücken zerhackt und in einer alkalischen Schwefelsalzlösung gekocht wird. Reststoffe wie Lignin (harzartiger Stoff) werden verbrannt. Der braune Zellstoff wird in mehreren Schritten mit Chlor- oder Sauerstoffverbindungen gebleicht und mehrfach gewaschen. Zuletzt wird der Faserbrei auf ein schnell laufendes Sieb gespritzt, der Zellstoff entwässert, gepresst und zur Verarbeitung in die Papierfabrik gebracht.
Bei der Herstellung von Recyclingpapier fehlt die Zellstoffproduktion. Der Rohstoff Altpapier wird in Wasser und Chemikalien in seine Fasern aufgespalten. Druckfarben und Verunreinigungen können per „De-Inking“ entfernt werden. Dabei quellen die Fasern in einem Becken auf und die Schmutzpartikel verbinden sich mit aufsteigenden Luftblasen.
Die Produktion ist wesentlich umweltverträglicher als die von Frischfaserpapier, denn neben der Holzeinsparung wird rund zwei Drittel weniger Wasser und Energie verbraucht.
Besonders umweltfreundlich ist das „Original-Umweltschutzpapier“, da das Papier nicht gebleicht und auch kein „De-Inking“-Verfahren durchgeführt wird.
Das Bundesamt für Materialprüfung sowie Stiftung Warentest bewerten Recyclingpapier in der Qualität als gleichwertig gegenüber Frischfaserpapieren.
Als zuverlässiges Umweltsiegel sei der „Blaue Engel“ des Umweltbundesamtes genannt.

Erna Pletschacher                                             (Quelle: Greenpeace)